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Wandbild, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen Düsseldorf, 2013 (Foyer)   Alle Fotos: Bettina Heissenberg

Gunter Reski  Doktor Morgen neue Sorgen borgen
Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen Düsseldorf
Ausstellung 09.03 - 26.05.2013


Bild und Text spielen in der Malerei von Gunter Reski (Jg. 1963) eine gleichermaßen bedeutsame Rolle. Auch deshalb ist konsequent, wenn in den oft direkt auf die Wand expandierenden Bildformaten des Künstlers der Bezug zu Vermittlungstechniken der visuellen Kommunikation (Plakat, Wandmalerei, Agit-Prop, Pop- und Werbeästhetiken) gesucht wird. So plakativ, ja geradezu offensiv low Reskis Bilder auf Anhieb daherkommen – ihr Hauptmerkmal ist, wie erfinderisch und variantenreich sie sich immer wieder Malerei als ihr eigentliches Thema herstellen; und wäre es nur zu dem Zweck, ihr dabei den immanent engen Horizont vorzuwerfen, der entsteht wo die Malerei zur Institution geronnen, Bank geworden ist, die, gleichsam automatisiert, Kunstdividende abwirft.

Als Künstler, Autor und Kurator wurde Reski Anfang der 1990er Jahre aktiv. In dieser Zeit war es gerade innerhalb progressiv verorteter künstlerischer Milieus alles andere als selbstverständlich, zu malen. Dies spiegelt sich in der zeittypischen Offenheit von Reskis künstlerischer Praxis wider, speziell in der Art, wie sie über die Malerei hinaus konzeptuelle, theoretische und vermittelnde Arbeitsweisen in sich aufnimmt. Zugleich bleibt das nicht ohne Einfluss auf das eigentliche malerische Werk und macht Reskis Bilder gerade aus historischer Perspektive aktuell aussagekräftig. Nicht selten war – und ist es bis heute – der Widerstand gegen intellektuelle Moden und künstlerischen Zeitgeist, der dazu motiviert, von allen in der Kunst verfügbaren Werkzeugen ausgerechnet zum Pinsel zu greifen; der alleine dafür sichere Applaus kommt jedoch nicht zwangsläufig von der richtigen Seite.

Doktor Morgen neue Sorgen borgen ist die erste institutionelle Werkschau Gunter Reskis. Die Ausstellung im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf, zeigt neben einer retrospektiven Auswahl von Gemälden und Papierarbeiten aus zwei Jahrzehnten neue Arbeiten des Künstlers, u. a. eine für das Foyer des Kunstvereins eigens entwickelte Wandmalerei.

Im Rahmen der Ausstellung findet am Donnerstag, den 25. April 2013, um 19.30 Uhr im Foyer des Kunstvereins der Vortrag „Zu alter Whisky. Zur chronischen Spezifik der Malerei “ von Hans-Jürgen Hafner statt.


Ausstellungsansicht "Doktor Morgen neue Sorgen borgen", Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen Düsseldorf, 2013


Wieder mehr Mittelscheitel, 2013, Acryl / Nessel, 130 x 130 cm
Ausstellungsansicht "Doktor Morgen neue Sorgen borgen", Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen Düsseldorf, 2013


Kreisverkehr, 2013, Acryl / Nessel, 140 x 170 cm
Ausstellungsansicht "Doktor Morgen neue Sorgen borgen", Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen Düsseldorf, 2013
Ausstellungsansicht "Doktor Morgen neue Sorgen borgen", Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen Düsseldorf, 2013


Die Knoten der Idioten,2013, Öl /Papier, 140 x 100 cm


[Posterwand], Ausschnit, 2013
Ausstellungsansicht "Doktor Morgen neue Sorgen borgen", Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen Düsseldorf, 2013


Männliche Körperöffnungen, 1998, Acryl / Nessel, 38 x 48 cm
Ausstellungsansicht "Doktor Morgen neue Sorgen borgen", Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen Düsseldorf, 2013


Gunter Reski
Doktor Morgen neue Sorgen borgen
March 9th until May 26th 2013
Opening: March 8th 2013, 7.30 pm

Image and text play an equally important role in the painting of Gunter Reski (born 1963). It is there also consequent when connections to the promotional techniques of visual communications (posters, murals, agitprop, pop and advertising aesthetics) are sought in the artist’s picture formats that often expand directly on the wall. Regardless of how eye-catching, in fact even low-brow Reski’s pictures appear at first glance, their primary characteristic is the demonstration of how imaginatively and diversely they again and again establish painting as their true theme, and even if it was only for the purpose of accusing it of possessing the intrinsically narrow horizon that comes about at the point where painting congeals into an institution, becomes a bank that, automated as it were, yields art dividends.

Reski became active as an artist, author and curator in the early 1990s. At that time, painting was anything but self-evident, particularly within the progressively situated artistic milieu. This is reflected in the openness of Reski’s artistic practice that was typical of that time, especially in the way it incorporates conceptual, theoretical and communicative working methods over and above painting. At the same time this does not remain without influence on the painterly work itself, thus making it highly significant today from an historical perspective.

It was the resistance against intellectual trends and the artistic zeitgeist that was then – and today still is – often the motivation for taking up the paintbrush of all things considering the many other instruments art makes available; but the applause that one can rightly expect for this reason alone does not necessarily come from the correct side. Doktor Morgen neue Sorgen borgen is the first institutional overview of Gunter Reski’s oeuvre.

Aside from the retrospective selection of paintings and works on paper dating from two decades, the exhibition at the Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf also features new pieces by the artist, including a wall painting developed especially for the foyer of the Kunstverein.

Hans-Jürgen Hafner will hold the lecture "Zu alter Whisky. On the notoriously ‚specific’ of painting" in conjunction with the exhibition on Thursday, April 25th 2013, at 7.30pm.

  
Ausstellungsansicht "Doktor Morgen neue Sorgen borgen", Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen Düsseldorf, 2013
Ausstellungsansicht "Doktor Morgen neue Sorgen borgen", Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen Düsseldorf, 2013

 

 

 

 

 

 

 
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